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Haus im Keramsit-Bausystem bauen? Das soll man wissen

Wer gerade ein Haus baut, steht vor der Frage, welchen Baustoff er verwendet. Viele gängige Baustoffe sind chemische Kunststoffe und können unter Umständen schädlich für den Menschen sein. Ein komplett ökologischer und ungefährlicher Baustoff ist Keramsit-Bausystem aus Blähton. Blähton kann vielseitig eingesetzt werden und ist eine ideale Alternative zu den etablierten Baustoffen.

Was ist Keramsit?

haus-im-keramsit-bausystem-bauen-das-soll-man-wissenBlähton besteht aus kalkarmen Ton mit fein verteilten organischen Bestandteilen. Diese werden zusammen gemahlen und das daraus entstehende Granulat in einem Hochofen auf 1200 Grad Celsius erhitzt. Die organischen Teile verbrennen und Kohlendioxid entsteht. Die Gase werden im Stein eingeschlossen, der Blähton geht auf und vergrößert sein Volumen bis zum fünffachen. Der Kern wird somit geschlossenporig und die Oberfläche gesintert.

Vorteile von Blähton

Keramsit bietet durch die eingeschlossenen Gase eine sehr gute Wärmedämmung. Ist Keramsit in den Wänden verbaut, werden die Innenräume im Sommer gut kühl gehalten, während im Winter weniger geheizt werden muss. Somit sinkt der Energiebedarf eines Hauses erheblich und somit eignet sich der Baustoff sehr gut für ein sogenanntes Pasivhaus.

Da Blähton ein “schwach saugender” Baustoff ist, entzieht eine solche Wand dem Mörtel weniger Feuchtigkeit. Der Mörtel wird also weniger schnell brüchig und hält somit länger.

Nachteile von Blähton

Da die Bauelemente in der Regel auf einer Seite recht rau sind, muss man diese Seite immer verputzen oder verspachteln. Das muss man jedoch meist sowieso machen. Bei manchen Verbundsblöcken ist es zwar möglich, dass man fertige Installationskanäle verwendet, die sind aber mit einem planerischen Mehraufwand verbunden und in der Hinsicht nicht so flexibel wie andere Baustoffe. Dafür bieten diese aber auch eine stärkere Wärmedämmung.

Wie umweltfreundlich ist Keramsit?

Bei Blähton werden in der Regel keine chemischen Zusätze beigemischt. Dadurch hat der Baustoff eine gute Ökobilanz. Nur in der Gewinnung des Tons können sich Unterschiede bemerkbar machen. Wird der Ton auf umweltschädliche Weise oder von weit her importiert, macht das die Ökobilanz schnell kaputt.
Zudem ist der Stoff sehr gut wiederverwendbar. Getrennt kann man den verwendeten Blähton einfach wieder in einer neuen Leichtbetonmischung zugeben.

Zumal Keramsit für die Umwelt vollkommen unschädlich ist, kann es auch noch ganz leicht entsorgt werden. Mann kann es einfach zu normalen Bauschutt hinzugeben.

Durch die dämmenden Eigenschaften kann ein Blähton-Haus den Energieverbrauch deutlich sinken. In einem sogenannten KfW Effizienzhaus 40 wird Keramsit verbaut und senkt den Energiebedarf um 60% im Vergleich zu einem KfW Effizienzhaus 100.

Wie kann Keramsit verbaut werden?

Blähton gibt es mittlerweile in modularen Fertigblöcken. Wie bei klassischen Ziegelsteinen wird eine Keramsitwand einfach gemauert. Ob als Hohlsteine oder Verbundssteine, es gibt mittlerweile viele verschiedene Möglichkeiten um Blähton zu verwenden. Einfache Hohlblöcke bestehen ganz aus Keramsit und können so verbaut werden. Die Verbundssteine ummanteln einen Keramsitkern in einem einfachen Block. Diese sind jedoch etwas schwieriger zu verbauen und müssen dementsprechend geplant werden.
Außerdem kann Blähton zu Beton hinzugegeben werden, um das Gewicht zu reduzieren und die wärmedämmenden Eigenschaften zu verbessern.

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